Passat GLS Automatic
1,6l 75PS Bj. 5/77

Der Diamant

Zum Bericht In der Auto Bild Klassik Ausgabe 3/2008 erschien am 29.08.2008 ein Bericht über die Restauration.
Beim Klick auf das Titelblatt steht Euch der Bericht im PDF-Format zur Verfügung.

Zum Bericht In der VW Scene Ausgabe 8/2010 erschien am 05.08.2010 ein weiterer Bericht über meinen GLS. Der tolle Bericht stammt übrigens von Andreas Ehm.
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Im Sommer 2001 begann die Geschichte dieses Passat für mich. Unweit von Hamburg wurde er mir angeboten. Schnell wurde ein Besichtigungstermin ausgemacht. Was mich dort erwartete, war leider ziemlich armselig. Verbeult und verrostet stand er vor mir. Durch einen Unfallschaden wurde das linke Seitenteil, das Heckblech und die Heckklappe in Mitleidenschaft gezogen. Mir war eigentlich sofort klar, das es keinen Sinn hat diesen Wagen zu kaufen. Da gibt es doch bestimmt bessere. So wurden nur ein paar Fotos gemacht und ich verabschiedete mich wieder.
Trotzdem ließ mich dieser Passat in den darauffolgenden Wochen nicht mehr los. Silbermetallic ist zwar nicht die typische 70er-Jahre Farbe, aber immer schön anzusehen und zeitlos elegant. Und viele Fahrzeuge in silber, gab es in dieser Zeit nicht. Außerdem hatte er dafür ja im Innenraum einiges an Farbe zu bieten. Marineblau nennt sich der Farbton der tollen GLS-Ausstattung. In dieser Kombination, wirkt der Wagen schon fast luxuriös. Weiterhin war da ja noch das nicht gerissene Armaturenbrett. Colorverglasung sei Dank. Auch die Automatik war kein Grund, im September erneut mit dem Verkäufer aufzunehmen.
Man wurde sich relativ schnell einig und für DM 400,- wechselte der Wagen den Besitzer. Anschließend verschwand der Passat erst einmal in meiner Werkstatt. Im Winter wollte ich dann mal loslegen. So lange dauerte es dann aber gar nicht mehr. Bereits Ende September habe ich angefangen den Wagen zu zerlegen. Zunächst einmal waren die vorderen Kotflügel an der Reihe. Was mich da erwartete, ist ja eigentlich völlig normal bei diesen Modellen. Die Auflagekante war mehr schlecht als recht noch zu erkennen, das Dreiecksblech konnte ich mit einem kräftigen Ruck herausnehmen. Das übliche halt...
Den Winter über wurde über wurde genutzt um den Vorderwagen wieder auf Vordermann zu bringen. Motor samt Getriebe verließen ihren angestammten Platz, die Teile der Vorderachse wurde demontiert und die Frontmaske herausgetrennt. Im April 2002 zog ich den Wagen zum Sandstrahler. Der Motorraum und die Vorderachsteile erhielten eine kräftige Dusche mit Strahlgut. Dabei kamen natürlich gleich wieder ein paar neue Löcher und unprofessionelle Schweißarbeiten zum Vorschein. Trotzdem war der Anblick schon schön. Alles so sauber, kein Rost mehr.
Neben den Kotflügelauflagekanten und den Dreiecksblechen, erforderte auch der linke Längsträger einiges an Arbeit. Hier wurde schon einmal sehr unfachmännisch das Schweißgerät angesetzt. In letzter Konsequenz musste also der Trennschleifer ran. Ich habe die geflickte Partie großflächig entfernt und mir auf dem Schrottplatz ein entsprechendes Stück aus einem 32B herausgetrennt. Die Bauform der Träger hat sich zum Glück nur sehr unwesentlich geändert. Dieses Stück wurde sauber eingesetzt und diese Baustelle konnte ich abhaken.
Die Radkästen erfuhren noch eine Behandlung mit einer Drahtbürste auf einem Winkelschleifer. Den alten Steinschlagschutz habe ich komplett entfernt. Zum Vorschein kamen zum Glück nur noch kleinere Stellen, die geschweißt werden mussten. Nachdem die Kotflügelauflagekanten und die Dreiecksbleche wieder im Ursprungszustand waren, konnte ich eine neue Frontschürze wieder einschweißen. Jetzt sah das schon wieder nach Auto aus.
Nachdem die Schweißstellen grundiert und vorlackiert waren, die originalen Überlappungen der Bleche mit Karosseriedichtmasse versiegelt wurden, habe ich neuen Steinschlagschutz auf die Flächen aufgetragen.
Nach dessen Aushärtung kam die Lackierpistole zum Einsatz. Da es sich bei diesen Bereichen um nicht sofort sichtbare Stellen handelt, habe ich diese Arbeit ebenfalls selber vorgenommen. Nach Grundierung folgte der eigentliche Lack. Motorraum, Radkästen und die Frontschürze erhielten somit den Überzug in Diamantsilber-Metallic.
Auch die Achs- und Lenkungsteile hatte ich in der Zwischenzeit neu lackiert. Hier kam übrigens ein Lack namens POR15 zum Einsatz. Ein sehr schlagfester, aber zugleich auch zäher Chassislack. Ich bin von diesem Lack sehr angetan. Ist zwar nicht ganz günstig, aber sehr einfach zu verarbeiten und das Ergebnis sieht erstklassig aus.
Der Motor hingegen blieb weitestgehenst unangetastet. Lediglich eine neue Wasserpumpe wurde montiert und sämtliche Dichtungen und Simmeringe habe ich erneuert. Mehr aus optischen Gründen habe ich ihm dann noch eine Alu-Ölwanne spendiert. Und um einen wartungsfreien Zündfunken zu erhalten, gab es noch einen Verteiler mit Transistorzündung. Dafür wurde noch eine Änderung im Fahrzeugkabelbaum notwendig. Bei der herkömmlichen Kontaktzündung wird die Zündspule über ein Widerstandskabel mit Strom versorgt. Das Kabel habe ich durch ein normales Kabel ersetzt und jetzt liegt die volle Bordspannung an der Zündspule.
Noch im April habe ich den Vorderwagen wieder komplettiert. Lenkung, Achsteile, Motor und Getriebe konnten wieder an ihren Platz. Natürlich wurden sämtliche Teile zuvor im Rahmen des nötigen überholt. Die Federbeine erhielten neue rote Koni-Dämpfer und neue obere Lager. Der Aggregateträger und die Querlenker erhielten neue Gummibuchsen. Die Lenkung erhielt eine neue Manschette.
So stand er im Mai bereits wieder auf eigenen Rädern und ich konnte mich an die nächste Baustelle begeben. Das linke Seitenteil musste wegen des Unfallschadens neu. Der erste Schnitt in der C-Säule mit der Flex kostete mich schon etwas Überwindung, das Aufbohren der Schweißpunkte kostet mich nur dagegen nur Zeit. Ich habe sie nicht gezählt, aber 100 Stück werden es wohl gewesen sein. B-Säule, Fensterrahmen, Radlauf und unten am Bodenblech. Da kam ganz schön was zusammen.
Als das riesige Bleckstück nun entfernt war, wurden die nächsten kleinen Bereiche sichtbar, die einer Behandlungen bedurften. Den Innenradlauf hatte es bei dem Unfall auch erwischt. Den habe ich also gleich anschließend auch noch herausgetrennt. Auch einen ersten Einblick in den Schweller konnte ich mir nun erlauben. Insgesamt hielten sich die Rostschäden aber im Rahmen. Ein neuer Innenradlauf war schnell eingeschweißt.
Das Heckblech habe ich mittels einer hydraulischen Presse wieder in den Ursprungszustand versetzt. Das neue Seitenteil konnte also seinen Platz einnehmen.
Es stammt übrigens aus brasilianischer Produktion und kam über Jordanien zurück nach Deutschland. Die rote Grundierung und eine zusätzliche Aufnahmebohrung für den hinteren Stoßfänger verrieten die Herkunft. Das Einschweißen war auch keine sehr große Herausforderung mehr und der Lackierer lobte später den sauberen Übergang an der C-Säule.
Um die marode Endspitze auf der linken Seite brauchte ich mich nach dem Erneuern des Seitenteils ja nun nicht mehr kümmern. Blieb noch die andere Seite. Hier musste ich sowohl am inneren, als auch am äußeren Blech tätig werden. Reparaturbleche sind hier zum Glück nicht notwendig, da man sich diese kleinen Stücken schnell selber anfertigen kann.
Ein weiterer notwendiger Eingriff befand sich ebenfalls auf der rechten Seite, an der vorderen unteren Ecke der hinteren Scheibe. Hier hatte die, in die Gummidichtung montierte Zierleiste in den letzten Jahren ganze Arbeit geleistet. Der Lack war durchgescheuert und den Rest besorgte dann die Feuchtigkeit. Hier kam dann ein herausgetrenntes Stück Blech aus einem Schlachtfahrzeug zum Einsatz.
Im vorderen Wasserfangkasten hatte ich vor dem Strahlen noch die dort vorhandenen Bitumenmatten entfernt. Die nach dem Strahlen sichtbaren Löcher hatte ich in der Zwischenzeit durch Einsetzten neuer Teilbleche wieder verschlossen. Jetzt konnte ich dort wieder neue Matten einkleben. Sie lassen sich nach ordentlicher Erwärmung mit dem Heißluftföhn wunderbar an die vorhanden Rundungen und Vertiefungen anpassen. Das Einbringen der Matten war jetzt schon möglich, da der Kasten bereits bei der Motorraumlackierung auch eine erste Schicht Lack abbekam. Es macht ja keinen Sinn, die Matten auf nicht lackiertes Blech aufzutragen. Sie wurden natürlich bei der Endlackierung noch mit überlackiert.
Nun war es bereits Ende Mai und ich begab mich wieder in die unteren Regionen des Wagens. Die Schweller standen als nächstes auf dem Programm. Durch das Heraustrennen des Seitenteils, hatte ich ja bereits einen ersten Blick ins innere der Schweller werfen können. Ich wusste also was mich erwartete. Von außen sahen sie nicht erneuerungswürdig aus, aber wie so oft blüht der Rost am liebsten im verborgenen. Kurzerhand wurden Sie auf beiden Seiten herausgetrennt und durch neue Originalteile ersetzt.
Im Juni war denn mal wieder die technische Seite an der Reihe. Da der Passat zu diesem Zeitpunkt ja erst 25 Jahre alt war, entschloss ich mich einen geregelten Katalysator nachzurüsten um Steuern zu sparen. Das H-Kennzeichen war ja erst in 5 Jahren in Sicht. Dazu habe ich das vordere Hosenrohr eines 32B und einen HJS-Kat verwendet. Zusätzlich mit einer Lambdasonde und einem Steuergerät war der G-Kat schnell montiert. Eine ausführliche Beschreibung des Einbaus findet Ihr übrigens in der Rubrik "Kat-Nachrüstung".
Nun standen noch die hinteren Radläufe auf dem Programm. Auch hier wurde erst einmal sämtlicher alter Steinschlagschutz auf beiden Seiten restlos entfernt. Eine der unschönsten Arbeiten in Zuge der ganzen Restaurierung, aber leider notwendig. Nur so kann man sicher sein keine Roststellen zu übersehen. Größere Eingriffe blieben mir hier aber erspart, so dass ich recht schnell mir der Neugestaltung beginnen konnte. Einer ausgiebigen Behandlung mit Rostschutzgrundierung folgte die Abdichtung der Nähte mit Karosseriedichtmasse und einem Auftrag hellen Steinschlagschutzes. Nach dessen Aushärtung kam wieder die Lackierpistole zum Einsatz.
In so saubere Radhäuser müssen natürlich auch ordentlich aufgearbeitet Achsteile montiert werden. Die Hinterachse und der Querstab wurden ebenfalls sandgestrahlt und anschließend mit POR15 lackiert. Neue Gummilagerungen verstehen sich von selbst. Die Federn wurden nur gereinigt, per Hand abgeschliffen und ebenfalls mit POR15 lackiert. An die beiden Enden der Achse wurden Ankerbleche und Bremsenteile vom Passat 32B mit selbstnachstellenden Bremsbacken montiert. Das passt ohne Probleme. VW-Baukastenprinzip macht's möglich. Dann noch neue Bremstrommeln und ein neues Handbremsseil. So konnte die Achse wieder montiert werden. Bei den Stoßdämpfern entschied ich mich für die guten alten Bilstein-Sportdämpfer. Natürlich waren auch das Neuteile. Typisch für diese Dämpfer ist das oben angeordnete Dämpfergehäuse mit nach unten montierter Kolbenstange. So sind die ungefederten Massen geringer. Eine Bauart die von der französischen Firma DeCarbon übernommen wurde.
Zum Ende des Jahres 2002 habe ich noch alle Nähte versiegelt und den noch fehlenden Steinschlagschutz an Schwellern, Enspitzen und Heckschürze aufgebracht.
Nun war das gröbste vollbracht. Jetzt sollte es wohl nicht mehr lange mir der Fertigstellung dauern. Weit gefehlt. Bis zum Mai zum Mai 2005 passierte erst mal nichts. Dann aber kam es richtig dicke. Es stand ein Umzug in eine neue Werkstat auf dem Programm. Alles einpacken, verstauen und dann ab in die neue Heimat. Dort ging es dann auch nicht so schnell weiter. Erst mal musste die neue Werkstatt ausgerüstet werden. Da gab es einiges zu tun.
Ende des Jahres habe ich erst wieder erste Arbeiten am Passat machen können. Es wurden die neuen originalen vorderen Kotflügel angepasst. Löcher für die Zierleisten mussten gebohrt werden gebohrt und die Innenseiten wurden mit Steinschlagschutz versehen. Das waren dann aber auch schon alle Arbeiten im Jahr 2005.
Und auch 2006 passierte erst einmal lange nichts, bevor es dann wieder richtig zur Sache ging. Es wurde jetzt auch langsam Zeit sich an die Lackiervorbereitungen zu machen. Alle noch nicht ausgebauten Scheiben wurden entfernt, der Himmel von den Scheibenfalzen gelöst und die Inneneinrichtung ausgebaut. Eine neue Beifahrertür wurde noch schnell eingepasst und dann ging es ab zum Lackierer. Da war es aber auch schon wieder Mitte November.
Trotzdem war der Wagen bereits 3 Wochen später fertig lackiert und ich konnte ihn noch kurz vor Weihnachten wieder in Empfang nehmen. Ein tolles Weihnachtsgeschenk...
Bevor es jetzt aber mit dem Zusammenbau losging, wurden erst einmal 5 kg Hohlraumfett von Mike Sanders in Fahrzeug verteilt. Eine Arbeit die mit der richtigen Ausrüstung gar nicht so kompliziert ist. Das Fett wird vor der Verarbeitung auf ca. 100 C erhitzt um es flüssig zu bekommen. Bei Raumtemperatur hat es eine Konsistenz wie Margarine. Zur Verarbeitung wird eine Druckbecherpistole benötigt. Der lange Sondenschlauch wird in einem Luftschlauch mittels eines Föhns ebenfalls vorgewärmt. Das heiße Fett wird dann in die Pistole, die ich ebenfalls vorgewärmt hatte, eingefüllt und nun hat man ca. 5 Minuten Zeit das Fett zu verarbeiten. Diese Zeit ist aber wirklich ausreichend.
Durch die ca. 1m lange Sonde kommt man auch in die entlegensten Winkel. Ich habe nur wenige zusätzlich Löcher bohren müssen. Ein Bereich, der zusätzliche Bohrungen erhielt, war rund um die Achsaufnahmen. Diese erhielten später noch einmal eine gesonderte Ladung Fett. Ab Werk sind ja schon fast alle Bohrungen vorhanden. Man fragt sich eigentlich, wozu die überhaupt vorhanden waren, denn Hohlraumschutz ab Werk war ein Fremdwort.
Nun konnte die Endmontage beginnen. Aber wo fängt man an? Es ist gar nicht so einfach einen richtigen Ablauf zu planen um hinterher nicht vor irgendwelchen Problemen zu stehen.
Ich begann zunächst vorne im Wasserkasten. Ich glaube das erste Teile war der Kühlwasserausgleichsbehälter. Es folgten der Scheibenwischer und das Abdeckgitter für den Gebläsemotor.
Dieses Gitter habe ich zunächst verzweifelt gesucht. Nachdem ich eines gefunden hatte und es montieren wollte gab es Anpassungsprobleme mit dem Vorwiderstand des Gebläsemotors. Das passte beides nicht zusammen. Ich habe das alles zunächst nicht verstanden. Erst bei der Durchsicht der Fotos von der Zerlegung, fiel mir auf, daß dort nie ein Gitter montiert war. Nun wollte ich das Gitter aber trotzdem montieren, musste dafür allerdings einen anderen Vorwiderstand fürs Gebläse verwenden. Dieser ist ca. 2cm kürzer als der originale und passt dann auch wunderbar unter das Gitter.
Als dieses Problem gelöst war, wurden die beiden Kotflügel montiert und die Motorhaube ausgerichtet. Unter der Anschraubkante der Kotflügel befindet sich jetzt übrigens ein Fettband und nicht mehr Karosseriedichtmasse. Schnell wurden Zierleisten und die Antenne montiert. Jede einzelne Zierleitenklammer habe ich vor der Montage übrigens auch noch ins Hohlraumfett getaucht.
Weiter ging's mit der Komplettierung der Türen. Türfangbänder, Schlösser, Türgriffe und Zierleisten wurden montiert. Dann wurden die Türen noch schön ausgerichtet, damit ein sauberes Spaltmaß entsteht. Die Türscheiben kamen erst später zum Einbau.
Beim weiteren Rundgang ums Fahrzeug war die Heckklappe der nächste Zwischenstopp. Neue Dichtungen, neue Kennzeichenleuchten und ein neues Schloss wurden montiert. Dann erfolgte auch hier natürlich noch die saubere Einstellung der Spalte und das Einstellen des Schlosses.
Um dann mal ein wenig Farbe ins Spiel zu bringen, gab es für das Heck noch neue Rücklichter aus meinem Teilefundus.
Damit es bei der Endmontage keine ungewollten Pausen gab, hatte ich schon frühzeitig damit begonnen den Himmel wieder an den Scheibenfalzen zu verkleben. Hierbei kam insgesamt 100 Federblechklammer aus dem Büromittelbedarf zum Einsatz. Eine wirklich hilfreich Sache. Sie hielten den Himmel schön unter Spannung und ich konnte mit der Verklebung beginnen. Während der Aushärtung des Klebers befand sich eine Klammer neben der anderen um einen hohen Anpressdruck zu erhalten.
Nachdem der Himmel und die Verkleidung der A- und B-Säulen wieder angebracht waren, konnte mit dem Einbau der Verglasung gestartet werden. Zum Einsatz kam jetzt allerdings nicht mehr die originale Bronze-Color-Verglasung, sondern eine Grün-Color-Verglasung. Front- und Heckscheibe stammen dabei von einem geschlachtetem GLI, wobei die Seitenfenster und die Türscheiben aus einem Dasher stammen. Zur Montage von Seiten- und Heckscheiben habe ich natürlich neue Dichtungen verwendet.
Noch bevor die Heckscheibe wieder montiert wurde, gab es für die Hutablage noch einen neuen blauen Teppich, der sich im Teilepool der Passat-Kartei-Deutschland befand. Der alte hatte, trotz Colorverglasung, doch schon arg unter der Sonneneinstrahlung gelitten.
Das Armaturenbrett stand als nächstes auf dem Montageplan. Äußerlich in sehr gutem und rissfreiem Zustand, bedurfte es trotzdem einiger Handgriffe. Die ab Werk nur getackerten Verbindungen hatten sich teilweise bereits gelöst. Auch kamen die Federblechklammer, die bereits bei der Montage des Himmels eine große Hilfe waren wieder zum Einsatz. Die sich gelösten Bereichen wurden, zusätzlich zu den Tackernadeln, verklebt und mittels der Klammern zusammengehalten. Wo dies nicht möglich war kamen Schraubzwingen mit untergelegten Holzleisten zum Einsatz. Um dauerhafte Stabilität zu erreichen wurden etliche Bereich zusätzlich mit Kunstharz und Glasermatten verstärkt.
Bevor das Armaturenbrett jetzt wieder ins Fahrzeug montiert wurde, kam die Frontscheibe an die Reihe. Leider habe ich es nicht geschafft hierfür noch eine neue Dichtung zu erhalten. Sie ist damit eigentlich eine der wenigen Teile, die ich nicht durch Neuteile ersetzen wollte, aber nicht konnte. Eine Dichtung ohne Zierleistenaufnahme hätte ich bekommen können, entschied mich dann aber lieber für eine gute gebrauchte. Dafür gab es halt neue Scheibenwischerarme und natürlich auch neue Wischer.
Zeit sich mal wieder der Beleuchtung zuzuwenden. Auf dem Programm standen die Scheinwerfer. Auch hier habe ich alles nötige in Neuteilen ergattern können. Die Halterahmen und die Chromringe hatte ich schon über die Jahre besorgen können. Die eigentlichen Scheinwerfereinsätze gibt es noch neu beim Zubehörhändler. Nach der Montage der Scheinwerfer, rundete ein neuer Kühlergrill das Gesamtbild ab.
Nun konnten auch die Stoßstangen montiert werden. Hier griff ich, bis auf die Halter, ebenfalls nur auf Neuteile zurück. Neben den eigentlichen Stoßstangenprofilen, wurden neue Gummileisten mit neuen Clipsen und neuen Schrauben und neue Endkappen montiert. Für die vordere Stoßstange habe ich dann noch neue Blinkleuchten besorgt. Diese sind ebenfalls noch ohne Probleme im Zubehörhandel zu bekommen. Die Halter mussten vor der Montage auch noch eine Schicht POR15 über sich ergehen lassen.
Was nun noch fehlte war die Montage der Verglasung in die beiden Türen. Diese zog sich etwas nach hinten, da ich hier zunächst noch auf ein paar Teile warten musste. Der Dasher, aus dem die seitliche Verglasung stammt, war in der Zwischenzeit nämlich nicht mehr in meinem Besitz und ich musste erst warten, bis der jetzige Besitzer die seltenen Ausstellfenster ausgebaut hatte. Diese hatte ich damals nicht mehr selber ausbauen können, aber beim Verkauf darauf bestanden, dass diese Teile wieder zu mir zurückfließen. Grüne Ausstellfenster sind ja nicht so leicht zu bekommen... Natürlich wurden auch hier neue Dichtungen und Drehlager verbaut. Die Drehfenster selber beduften noch einer kleinen Aufbereitung der Rahmen. Dieses hat denn auch nach 3 vergeblichen Versuchen des Lackierers endlich geklappt. Die für die Ausstellfenster benötigten anderen Fensterführungen konnte ich ebenfalls noch als Neuteile erwerben. Die Kurbelfenster waren dann auch schnell montiert. Zuvor gab es rund um den Türrahmen noch neue Chromleisten und neue Führungsgummis.
Anschließend noch schnell einen neuen innenverstellbaren Außenspiegel montiert und die Türverkleidungen konnte ich dann auch wieder zurückbauen. Hier gab es lediglich noch neue Fensterkurbeln. Der Rest war in sehr guten Zustand. Damit waren die Türen auch wieder komplettiert.
Anfang März 2007 war habe ich dann das erste Mal den Motor angelassen um den Wagen auf die Hebebühne zu fahren. Von unten war ja schließlich auch noch etwas zu tun. Außerdem konnte ich dann auch gleich die neuen Alufelgen montieren. Getriebe- und Motoröl wurden noch einmal erneuert.
Für den Unterboden, der sich im großen und ganzen ja recht unversehrt zeigte, gab es noch eine Ladung Unterbodenschutzwachs aus der Pistole. Dann stach mir immer noch dieses angerostete Auspuffendrohr ins Auge. Auch hier wurde noch eben ein Neuteil besorgt und mit einer originalen Chromblende versehen.
Am Tankeinfüllstutzen wurde noch eine neue Gummimanschette und ein neuer Tankverschluss montiert. Die Heckklappe wurde mit einem neuen Volkswagen-Enblem versehen. Beim "Passat GLS Automatic"-Schriftzug musste ich auf ein gutes Gebrauchteil zurückgreifen. Ein neuer ist mir bis heute nicht über den Weg gelaufen.
Da der Wagen noch immer auf der Bühne stand, konnte ich noch gleich die Radhausschalen in den vorderen Radkästen montieren. Diese stammen ursprünglich vom einem 32B, lassen sich aber leicht anpassen. Durch ein wenig Wärme mittels eines Heißluftföhns, lassen sich die erforderlichen Bereiche einfach in die gewünschte Form bringen.
Am 24.03.2007 war es dann soweit. Ich konnte die erste Probefahrt in Angriff nehmen. Ein tolles Gefühl. Als erstes ging es gleich mal in die Waschanlage und den Staub der letzten Monate zu beseitigen. Danach gab es noch eine schöne Rundfahrt durchs Alte Land. Und was soll ich sagen: Alles funktionierte! So wie das bei einem Neuwagen sein soll.
Das erste Oldtimertreffen in unserer Region fand gerade rechtzeitig zum Start meiner Saisonkennzeichen statt. Am 1.April konnte ich den Passat erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentieren.

Hier mal ein kleiner Überblick: vorher-nachher



©2002 Olaf Steenbock       letzte Änderung:24.09.2010